Berufsverband für
Supervision & Coaching
BSC


Für unsere Mitglieder organisieren wir regelmäßig professionelle Fortbildungen mit international anerkannten Experten.



Oktober 2015: "Fortbildung „Ambivalenz, Unsicherheit, Scheitern und andere Ressourcen“

Wir freuen uns, dass wir Martin Gössler für die heurige Fortbildung Ambivalenz, Unsicherheit, Scheitern und andere Ressourcen“ gewinnen konnten. Sie findet vom 2. bis zum 3. Oktober in Schloss Rechtenthal statt. 

 

September 2014: "Hypnosystemische Konzepte und Methoden für Supervision, Coaching und Teamentwicklung" mit Reinhold Bartl

„Menschen ändern sich durch Erfahrung, nicht durch Einsicht“ - erst Sinneswahrnehmungen machen kreativ und ermöglichen neue Lösungen bzw. Handlungsmuster. Reinhold Bartl nahm uns mit auf eine Reise in sprachliche Welt, die sich sehr auf den Körper bzw. die Wahrnehmung konzentrierte (Körperwissen). Er betonte, dass Leben Veränderung und Ambivalenz ist und es daher kein „ich bin ...“ sondern nur „eine Seite, ein Teil von mir ist ...“ gibt. In der hypnosystemisch arbeitenden Supervision kann ich die Klient_innen einladen ihren (Wahrnehmungs)Fokus auf andere Teile, Seiten ihrer Persönlichkeit zu lenken. Was nicht im Fokus der Aufmerksamkeit (des Bewusstseins) ist, steht nicht zur Verfügung. Jede Fähigkeit ist eine Kompetenz, die zur Stärke wird, wenn sie kontextgerecht eingesetzt wird. Problematisch wird es, wenn eine Seite Überhand über das Selbst gewinnt, erst die Anerkennung von sog. „negativen“ Seiten bringt die Erlaubnis auch die andere Seite zur Geltung zu bringen. Zum Abschluss werden Arbeitshypothesen, Erklärungs- oder Lösungsvorschläge mit kinästhetischen „Anerkennungsgesten“ verankert und für die Praxissituationen abrufbar gemacht. Die Hypnosystemische Arbeit geht von den Problemen und Erfolgen in der (willkürlichen) Ich-Welt mittels metaphorischen Bildern in die (unwillkürliche) Es-Welt um jene Ressourcen zu finden, welche zufriedener machen, um herauszuarbeiten mit welchen Erinnerungshilfen diese wieder in der (komplexen) Ich-Welt zwecks Gestaltung zur Verfügung stehen. Sie hilft aktiv ein Erleben aufzubauen, das ein Selbstbild von Kompetenz und Stabilität ermöglicht.

Februar 2013: "Zwischen kaltem Management und heißem Herzen II" mit Wolfgang Looss

Organisationen bestehen nicht aus Menschen sondern aus Kommunikationssystemen“, „Organisationen sind Abstraktionen, die Phänomene zeigen sich auf der personellen Ebene“

…....... viele weitere markante und provokante Thesen öffneten den 23 TeilnehmerInnen der 1 1/2 tägigen Fortbildung die Augen bzw. schärften den Blick für die Vielschichtigkeit von komplexen Systemen. 

 

Wolfgang Looss bewährt sich als Vermittler von unverzichtbarem Hintergrundwissen, das BeraterInnen die Spur zum Kerngeschehen finden und das Steckenbleiben an Nebenschauplätzen vermeiden hilft.

Markante Aussprüche wie „Organisationen stehen für das Verschwindenlassen von Verantwortung“, „Organisationen sind Abstraktionen, die Phänomene zeigen sich auf der personellen Ebene.“„Veränderung passiert erst, wenn Überlebensangst größer ist als Lernangst.“ Die Aufgabe eines Beraters ist, den unsichtbaren Tanz zu unhörbarer Musik  sichtbar und hörbar zu machen“ gaben schon sprachlich, die Komplexität der Organisationsrealität wieder.

Wolfgang Looss weckte den Appetit auf Theorie, den sogenannten mühsamen Gang durch die sumpfige Wiese. Er stellte verschiedene Strukturmodelle vor, die metaphorisch als Landkarten im Dschungel der Wahrnehmungen und Erzählungen unverzichtbar sind, um Orientierung zu schaffen und einen konstruktiven Umgang mit dem „Nicht-Wissen“ zu ermöglichen. Die Aufgabe des Beratenden ist Reflektieren und nochmals Reflektieren, um für sich selbst und die anderen eine treffende Sprache zu finden. Bei komplexen Prozessen ist  eine intervisorische Arbeit geradezu notwendig um die nötige emotionale Distanz und den Blick aus der Meta-Ebene halten zu können.

Die TeilnehmerInnen waren von den Ausführungen fasziniert. Ihnen bleibt die Herausforderung für ihre eigene Praxis den großen weitgespannten Verständnisrahmen mit Interventionsmethoden auszugestalten.

 

Januar 2012 "Zwischen kaltem Management und heißem Herzen Supervisoren und Coaches gestalten OE-Prozesse" mit Wolfgang Looss

Wolfgang Looss hat sich jahrzehntelang als Organistionsentwickler, Supervisor, Coach in allen nur erdenklichen Arbeitszusammenhängen, allein oder im Team, an vorderster Front oder als Hintermann in punktuellen Einsätzen oder jahrelangen Entwicklungszyklen gearbeitet. Er hat sich ein Gespür für organisationale Strukturen erworben, das ihn hinter allen vordergründigen Erscheinungsformen, die Wesensmerkmale, Denkschematas und Verhaltensmuster der Organisationen im Ganzen oder von Teilbereichen erschließen lässt. Durch das Reflektieren dieser Erfahrungen und das Abgleichen mit theoretischen Erkenntnisse entwickelte sich in ihm ein unendlich reicher Wissensfundus. Verdichtet, vergoren und geläutert, abgesessen und wieder ans Licht gebracht quoll das Wissen bei jeder TeilnehmerInnenfrage aus ihm heraus. Es entstanden klare Begriffe, klare Grenzen, Schematas, Landkarten als Erkundungshilfen, und die Komplexität der Materie wurde durchschaubarer griffiger, ohne je zu leichtfertigen Deutungen, Antworten zu verführen.

Zwei volle Tage, folgten wir TeilnehmerInnen gespannt seinen Ausführungen und spürten wie auch in uns sich gewisse Erfahrensfelder zu klären und strukturieren begannen. Und die Lust und der Respekt vor Organsistionsentwicklung entfalteten sich gleichermaßen. Hier die Resonanz von einigen TeilnehmerInnen:

  • Wolfgang Looss hat uns fundamentale Konzepte der Organisationsentwicklung plastisch dargelegt und uns an seinem reichen Erfahrungsschatz mit lernen lassen. Besonders fasziniert hat mich seine Fähigkeit, Sachverhalte auf den Punkt zu bringen, wie auch in Wortschöpfungen wie "besorgte Halbmächtige" oder "Rollenflucht" für unterlassene organisatorische Architekturarbeit. Prägnant, unterhaltsam, eindrücklich. S.H.
  • "Theorie hat mir noch nie so viel Spaß gemacht!" Dr. Looss ist es gelungen, theoretische Konzepte so anschaulich und praxisnah zu gestalten und mit Anekdoten aus seinem reichen Erfahrungsschatz zu würzen, dass ich richtig Lust auf Organisationsentwicklung bekommen habe. I.T.
  • Bestehen soziale Systeme aus Menschen? Die elementare Antwort ist, nein, denn soziale Systeme haben keine Leiblichkeit, sie bestehen aus Kommunikationen. Mit Wolfgang Looss war die Erkundung von Organisationen ein höchst anregendes Eintauchen in eine Welt der Kontingenz, wo Wahrnehmung und Intuition zu wesentlichen Instrumenten für neue Erkenntnisse werden. Eine spannende Fortbildung. M.G.
  • Idee chiare e distinte…..viele hilfreiche Annäherungen und Klärungen in einer Welt mit immer unschärferen Begriffen und Bildern B.L.
  • Fülliges, vielseitiges und profundes theoretisches Wissen und Beratungspraxis anspruchsvollster Art reflektiert, verdichtet, komprimiert servierte uns TN Wolfgang Looss auf eine leichte Art, wie es nur ein Weiser kann. Eine große Bereicherung für mich und alle anderen, wie der nicht enden wollende Abschiedsapplaus ausgedrückt hat. U.M.

März 2011 "Lösungsorientiertes Kurzzeit- Coaching" mit Peter Szabò

Trainer Dr. Peter Szabo, Basel

11.-13. 2.2011 - Lichtenburg Nals

Beitrag von Seminar-Teilnehmerin Susanne Barta, Journalistin und Coach

„Warum ist Dornröschen aufgewacht?“

Mit dieser Frage überraschte Peter Szabò die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching“ gleich zu Beginn zum ersten, ganz gewiss aber nicht zum letzten Mal. Auf Einladung des BSC (Berufsverband für Supervision & Coaching) kam der Schweizer Coach Mitte Februar in die Lichtenburg nach Nals.

Peter Szabò ist ein überzeugter Anhänger des Kurzzeitcoaching; mehr als ein- bis zweimal sehe er seine Klienten selten. Vermutlich, weil er wirklich so gut ist, wohl aber auch, weil er, wie er gestand, allen längeren Coaching-Verpflichtungen tunlichst aus dem Weg gehe. Ein Raunen ging durch die Runde.

Er schätze Coaching, weil es für ihn ein Schoki-Job sei; sozusagen ein Schokoladejob. Also: zurücklehnen, zuhören, die Kundin, den Kunden arbeiten lassen. Unsicheres Lachen ging in der Runde um. Und viele Fragen standen im Raum, die Peter Szabò elegant und eloquent mit Gegenfragen retournierte.

Aber Peter Szabò wäre nicht der Profi, der er ist, wenn er nicht binnen kürzester Zeit die Runde im lösungsfokussierten Griff gehabt hätte und sie mit seiner lockeren, heiteren, aber durch und durch professionellen Art auf eine rasante, kurzweilige, aber auch anspruchsvolle und anstrengende Reise des lösungsfokussierten Arbeiten geführt hätte.

Weniger ist mehr, das war allen schnell klar. Und, dass lösungsorientiertes Arbeiten nicht immer gleich lösungsorientiertes Arbeiten ist. Und, dass Fragen stellen gelernt werden muss. Was noch? Viel Praxis, wenig Theorie, auch das war wohltuend. Denn die kann man nachlesen, bei Steve de Shazer, dem Begründer des lösungsfokussierten Arbeitens (der aber von sich behauptet, keine Theorie zu haben), seiner Frau Insoo Kim Berg (mit beiden hat Peter Szabò immer wieder eng zusammengearbeitet und auch publiziert; beide sind vor einiger Zeit gestorben) und vielen anderen.

Zwei Tage später: gelöste, entspannte Atmosphäre, auch ein wenig Erschöpfung ist nach diesen Tagen intensiver Arbeit zu spüren. Aber: Schön wa(ä)(h)r(s)! (Für alle die nicht dabei waren: so hieß eine der ersten Übungen, wo wahre Erfolgsgeschichten und weniger wahre erzählt wurden)

Und: Warum Dornröschen aufgewacht ist? Diese Frage gebe ich gerne an Sie weiter.

Susanne Barta

Mehr zu Peter Szabò:

www.solutionsurfers.com

www.weiterbildungsforum.ch

Grundprinzipien des lösungsfokussierten Ansatzes

Entwickelt wurde dieser Ansatz von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg Ende der 70er Jahre in Milwaukee. Wesentliche Elemente entstammen der Kommunikationsforschung, der Systemtheorie und Theorie der Selbstorganisation, dem Konstruktivismus und der Hypnotherapie nach Milton Erickson. Gestützt wird diese Beratungsform durch aktuelle Forschungsergebnisse zur Hirnforschung insbesondere dem Konzept der Neuroplastizität.

Lösungsfokussierte Beratung bedeutet die Lösung steht im Mittelpunkt. Das Verfahren zeichnet sich durch das Bemühen des Coach aus, persönliche und soziale Fähigkeiten der Klientin deutlich zu machen und gemeinsam mit ihr Lösungen zu finden, d.h. Alternativen zu disfunktionalen Gedanken-Gefühls- und Handlungsmustern. Das Praxismodell verzichtet weitgehend auf „Diagnosestellungen“, die sich an Defiziten ausrichten und fällt durch seine konsequente Ressourcenorientierung auf, d.h. einer Haltung. die sich an den Stärken und Kompetenzen der Menschen orientiert. Die Lösung liegt im Ratsuchenden selbst. Durch offenes neugieriges Erfragen von Situationen in denen das Problem nicht vorhanden ist, durch das Erkennen kleiner Änderungen in der Interaktion mit anderen, durch das Anerkennen der vorhandenen Lösungskompetenz kommt es beim Ratsuchenden zu einer anderen Blickrichtung und einem erstaunlich nachhaltig veränderten Handeln.

Resonanz zum Szabo-Seminar

Das Seminar hat mir Wege aufgezeigt, aus dem Problemklärungsdschungel herauszukommen ans Sonnenlicht in dem schon allerhand Spuren erkennbar sind. Den Umgang mit dem Kompass für den Austritt aus dem Dschungel und dem Vergrößerungsglas für die Spurensuche, muss ich allerdings noch üben, damit eine wirkliche unbewusste Kompetenz daraus wird. UM

 

April 2010 "Konfliktklärung in Gruppen und Teams" mit Rudi Ballreich

Vom  23.-25. 04.2010 fand in der Nikolaus Cusanus Akademie in Brixen unsere diesejährige Fortbildung statt. Es ging um die Konfliktklärung in Gruppen und Teams. Dazu haben wir den renommierten Trainer, Supervisor und Buchautor Rudi Ballreich aus Stuttgart eingeladen. Von ihm konnten wir erwarten, dass er an unserem theoretischen Grundwissen und unseren Fragestellungen aus der Praxis anknüpft, und uns in unserer professionellen Kompetenz wieder ein Stück weiterbringt. In der Tat waren alle TeilnehmerInnen unseres Berufsverbandes und unsere KollegInnen aus Tirol und der Schweiz vollauf zufrieden mit dem dichten Angebot und beeindruckt von seiner Fähigkeit alle Gruppensituationen in den Lernprozess einzubeziehen.

Das Bearbeiten von Konflikten ist für alle BeraterInnen eine große Herausforderung, weil die gestörte Beziehungsebene das konstruktive Arbeiten an den Inhalten vorerst blockiert. Rudi Ballreich zeigte uns nun wie bekannte methodische Instrumente, in verschiedenen Prozessmomenten eingesetzt werden können. So z.B. die Zuordnung der Konfliktpunkte zu unterschiedlichen Ebenen mit Hilfe des TZI-Dreieckes von Ruth Cohn, Entscheidungsfindungsprozesse anhand verschiedener Matrixverfahren und Mediationsprozesse nach dem U-Schema von Ballreich und Glasl. All diese Verfahren tragen zur Konfliktlösung nur dann bei, wenn die SupervisorInnen ein Klima der Wertschätzung für alle Beteiligten und alle Positionen schaffen können, und ihr Verhalten von Hellhörigkeit, Unvoreingenommenheit, Empathie sowie Gedankenklarheit geprägt ist.

Ein dynamisches Balancieren zwischen den verschiedenen Prozessebenen und die Bearbeitung mit Hilfe adäquater Instrumente kann Konflikte soweit entspannen helfen, dass ein neuer Freiraum geschaffen wird. Begründet wird dieser neue Handlungsspielraum durch ein bewusstes Wahrnehmen und Anerkennen der unterschiedlichen Bedürfnisse aller Beteiligten und der damit verbundenen Empathie, welche das Vereinbaren von Lösungen in einer offenen konstruktiven Atmosphäre möglich macht.